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Im Fluss der Zeit
Ausstellungskonzept für
archäologische Ausgrabungen
Im Rahmen meiner Bachelorarbeit entwickelte ich für die Stadt Wuppertal ein Ausstellungskonzept, welches die Ergebnisse archäologischer Ausgrabungen im Stadtgebiet Elberfeld sichtbar und verständlich vermittelt. Ausgangspunkt waren groß angelegte Umbaumaßnahmen in der Wuppertaler Innenstadt, bei denen Überreste einer mittelalterlichen Burganlage freigelegt wurden.
Projektart: Ausstellungskonzept
Auftraggeber: Stadt Wuppertal
Rolle: Corporate Design, Keyvisual, Webdesign, Text und Redaktion, Social Media, Printmedien
Jahr: 2024


01 — Projektkontext
Ziel der Ausstellung ist es, den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand zur Stadtgeschichte didaktisch klar und zielgruppengerecht aufzubereiten. Es soll eine visuell konsistente und präzise strukturierte Ausstellung entstehen, die nach anerkannten Prinzipien der wissensvermittelnden Kommunikationsgestaltung entwickelt wurde und Besucher:innen eine intuitive, nachvollziehbare Orientierung bietet.
02 — Herausforderungen
Die zentrale Herausforderung des Projekts bestand darin, die unterschiedlichen Interessen von Stadtverwaltung, Stadtarchäologie und der externen archäologischen Fachfirma gleichermaßen zu berücksichtigen. Ein besonderes Anliegen der Stadt Wuppertal war es, bei den Bürgerinnen und Bürgern Verständnis für die langfristigen Baumaßnahmen zu schaffen, da die archäologischen Grabungen den Baufortschritt verzögerten und zu erheblichen Einschränkungen im städtischen Alltag führten.
Da die beteiligte Fachfirma ein berechtigtes Interesse an der Erstveröffentlichung der Forschungsergebnisse hat, konnten zum Zeitpunkt der Ausstellung noch keine physischen Fundstücke präsentiert werden. Dies machte eine rein dokumentarische Aufbereitung der Ausstellung erforderlich. Hinzu kam, dass das Projekt über keine finanzielle Förderung verfügte, was eine besonders effiziente Planung und Umsetzung erforderlich machte.
03 — Strategischer Ansatz
Der konzeptionelle Ansatz basierte auf der Entwicklung eines konsistenten visuellen Systems, das Informationsvermittlung, wissenschaftliche Genauigkeit und eine eigenständige gestalterische Identität vereint. Da archäologische Themen in der öffentlichen Wahrnehmung häufig mit populärkulturellen Stereotypen von Abenteuer und Sensation verknüpft werden, lag ein Schwerpunkt darauf, die tatsächlichen wissenschaftlichen Arbeitsprozesse sichtbar zu machen und die Inhalte transparent, nachvollziehbar und faktenbasiert aufzubereiten.
Gestalterisch wurde ein klar strukturiertes Framework etabliert, das barrierefreie Typografie, definierte Farbkontraste (gemäß WCAG) und eine konsequente Informationshierarchie miteinander verbindet. Die Bitmap-Neon-Bildwelt fungierte als prägnantes Keyvisual und ermöglichte eine eindeutige Wiedererkennbarkeit der Ausstellung. Thematische Farbcodierungen und ein raumgreifender Zeitstrahl schufen zusätzliche Orientierungsebenen und erleichterten die Kontextualisierung der Inhalte. Die fachliche Validität sämtlicher Informationen wurde durch eine enge Zusammenarbeit mit der Stadtarchäologie sichergestellt. Die Textgestaltung folgte einem präzisen, kompakten Vermittlungsstil, der kognitive Hürden reduziert und historisches Wissen zugänglich macht.



04 — Umsetzung
Die Ausstellung wurde vollständig als dokumentarisches Format konzipiert, das ohne originale Fundstücke auskommt und stattdessen über visuelle Systematik, Informationsgrafik und typografische Ordnung Wirkung entfaltet. Großformatige Plakatserien erläuterten zentrale Themenbereiche – darunter die mittelalterliche Burganlage, die Siedlungsstruktur der „Freiheit“, die kirchliche Entwicklung sowie historische Akteure mit regionaler Relevanz. Ein entlang der Rückwand platzierter Zeitstrahl diente als übergeordnetes Ordnungsprinzip und ermöglichte Besuchenden eine kontinuierliche zeitliche Verortung. Hellblaue Plakate vermittelten die rechtlichen Grundlagen des Denkmalschutzes, während neongelbe Porträtdarstellungen historische Persönlichkeiten hervorhoben. Ergänzende Printmaterialien wie Postkarten und Sticker fungierten als niedrigschwellige Kommunikationsmedien und erweiterten die Reichweite der Ausstellung.
Parallel wurde eine zentrale, responsiv gestaltete Website entwickelt, die erstmals sämtliche Informationen zu Bauarbeiten, Denkmalschutz und archäologischen Erkenntnissen systematisch bündelte. Ein begleitendes Social-Media-Konzept, inklusive Redaktionsplan, ermöglichte die fortlaufende digitale Vermittlung von Fachinhalten sowie die Kommunikation von Baustellenführungen und Veranstaltungen. Die digitale Erweiterung stellte sicher, dass die Ausstellung über den physischen Raum hinaus zugänglich bleibt und unterschiedliche Zielgruppen erreicht.
05 — Ergebnis
Im Fluss der Zeit demonstriert, dass wissenschaftsorientierte Wissensvermittlung durch ein stringentes Kommunikationsdesign auch unter restriktiven Bedingungen effektiv realisiert werden kann. Trotz fehlender Exponate und eines vollständig budgetfreien Rahmens entstand eine hochgradig strukturierte, evidenzbasierte Ausstellung, die archäologische Inhalte verständlich aufbereitet, die Bedeutung des Denkmalschutzes transparent macht und die öffentliche Kommunikation zwischen Stadtverwaltung, Bürger:innen und archäologischen Fachstellen verbessert.
Durch die Kombination aus visueller Konsistenz, präziser Informationsarchitektur und digitaler Erweiterung wurde eine außergewöhnlich hohe Reichweite erzielt. Das Projekt belegt, dass qualitativ hochwertige Gestaltung nicht primär von materiellen Ressourcen abhängt, sondern von einer klaren strategischen Ausrichtung, wissenschaftlich fundierten Inhalten und einem kohärenten gestalterischen System.

LUMINA
App zur Selbstregulation bei Depression und Angststörungen
Im Rahmen meiner Bachelorarbeit entwickelte ich für die Stadt Wuppertal ein Ausstellungskonzept, welches die Ergebnisse archäologischer Ausgrabungen im Stadtgebiet Elberfeld sichtbar und verständlich vermittelt. Ausgangspunkt waren groß angelegte Umbaumaßnahmen in der Wuppertaler Innenstadt, bei denen Überreste einer mittelalterlichen Burganlage freigelegt wurden.
Projektart: Ausstellungskonzept
Auftraggeber: Stadt Wuppertal
Rolle: Corporate Design, Keyvisual, Webdesign, Text und Redaktion, Social Media, Printmedien
Jahr: 2024



01 — Ausgangslage und Kontext
Die psychologische Versorgung in Deutschland steht seit Jahren unter massivem Druck. Spätestens seit der COVID-19-Pandemie haben sich Depressionen und Angststörungen signifikant erhöht, während Therapieplätze knapp, Wartezeiten lang und Zugänge häufig stigmatisiert bleiben. Viele Betroffene erhalten Unterstützung entweder zu spät oder gar nicht.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie digitale Anwendungen Menschen mit psychischen Belastungen sinnvoll unterstützen können – nicht als Ersatz therapeutischer Behandlung, sondern als niedrigschwellige, alltagsnahe Ergänzung. LUMINA entstand aus dem Anspruch, genau diese Lücke zu adressieren und psychische Gesundheit über ein durchdachtes digitales System zugänglicher zu machen.
02 — Ziel und Mehrwert
Ziel von LUMINA war die Konzeption einer App, die sofortige Unterstützung bietet, Orientierung schafft und Nutzer:innen zur aktiven Auseinandersetzung mit ihrer psychischen Gesundheit befähigt. Im Fokus standen Hilfe zur Selbsthilfe, Wissensvermittlung sowie die Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen.
Ein zentraler Mehrwert liegt in der Kombination aus emotionaler Begleitung, fundierten Inhalten und datengestützter Intervention. Durch die Integration von Wearables kann LUMINA nicht nur reaktiv, sondern proaktiv unterstützen – ein entscheidender Unterschied zu vielen bestehenden Angeboten. Für Nutzer:innen entsteht so ein individuell angepasstes System, das sie im Alltag begleitet und frühzeitig auf Belastungssituationen reagiert.
03 — Konzeptioneller Ansatz
Die Konzeption von LUMINA basiert auf der Erkenntnis, dass Menschen mit psychischen Belastungen häufig Schwierigkeiten haben, eigene Stresssignale frühzeitig wahrzunehmen oder einzuordnen. Entsprechend wurde ein System entwickelt, das sowohl zur Reflexion anregt als auch aktiv Orientierung bietet.
Personas dienten als Grundlage, um unterschiedliche Lebensrealitäten, Bedürfnisse und Nutzungsmotive abzubilden. Darauf aufbauend entstand ein App-Konzept, das strukturierte Selbstbeobachtung, gezielte Intervention und kontinuierliche Wissensvermittlung miteinander verbindet. Die integrierte KI-Persönlichkeit „LUMINA“ fungiert dabei als empathischer Guide, der Nutzer:innen durch die App begleitet, Inhalte kontextualisiert und situationsbezogen unterstützt.


04 — UX-, UI- & Designkonzept
Gestalterisch folgt LUMINA dem Prinzip der Reizreduktion. Eine ruhige, klare Benutzeroberfläche mit reduzierter Typografie, hellen Pastelltönen und eindeutiger Navigationsstruktur sorgt dafür, dass Nutzer:innen auch in emotional belastenden Situationen Orientierung finden.
Inhaltlich und visuell orientiert sich das Design an der Metapher des „Hafens“ – einem geschützten Ort, der Sicherheit´und Orientierung bietet. Diese Leitidee zieht sich konsistent durch Sprache, Bildwelt und Interface-Struktur. Die Navigation ist bewusst selbsterklärend gehalten, sodass alle zentralen Funktionen jederzeit erreichbar sind, ohne zu überfordern.
05 — Funktionale Umsetzung
Das Herzstück der App bildet die intelligente Stimmungs- und Gedankendokumentation. Nutzer:innen reflektieren morgens und abends ihre emotionale Verfassung, formulieren Tagesziele und halten Gedanken fest. Ein Algorithmus analysiert diese Eingaben, erkennt wiederkehrende Muster und leitet daraus personalisierte Handlungsempfehlungen ab.
Ergänzt wird dies durch eine umfangreiche Bibliothek an Achtsamkeitsübungen, Meditationen und Entspannungstechniken, die gezielt nach emotionalen Zuständen gefiltert werden können. Ein weiterer Bestandteil ist eine kuratierte Wissenssammlung aus Artikeln, Büchern, Podcasts und Videos zur mentalen Gesundheit.
Das zentrale Alleinstellungsmerkmal von LUMINA ist die Wearable-Integration. Auf Basis von Körperdaten wie Herzfrequenzvariabilität oder Schlafmustern kann die App frühzeitig Stressreaktionen erkennen und proaktiv intervenieren – ein entscheidender Vorteil für Menschen mit eingeschränkter Stresswahrnehmung.



06 — Herausforderungen
Die größte Herausforderung lag im sensiblen Umgang mit einem hochgradig emotionalen Thema. Designentscheidungen mussten sowohl ethischen als auch funktionalen Anforderungen gerecht werden. Sprache, Farbwahl und Interaktionslogik durften weder bagatellisieren noch alarmieren.
Zudem galt es, komplexe Datenanalysen und KI-gestützte Prozesse so zu gestalten, dass sie transparent, verständlich und vertrauenswürdig bleiben. LUMINA sollte unterstützen, ohne zu bevormunden, und Orientierung geben, ohne falsche Sicherheit zu suggerieren.
07 — Ergebnis und Relevanz
LUMINA zeigt exemplarisch, wie UX- und Kommunikationsdesign im Gesundheitskontext wirksam eingesetzt werden kann. Das Projekt verbindet wissenschaftlich fundierte Inhalte, datenbasierte Technologie und empathisches Interface-Design zu einem kohärenten Gesamtsystem.
Für potenzielle Auftraggeber:innen demonstriert die Case Study meine Fähigkeit, komplexe, sensible Themen strategisch zu analysieren und in funktionale digitale Produkte zu übersetzen. LUMINA steht für Design, das nicht dekoriert, sondern Verantwortung übernimmt – und digitale Lösungen schafft, die gesellschaftlich relevant sind.











